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Weitere Informationen gibt es hier.
06.-07.05.2023: Frühjahrsdampf

Aktuelles

12.12.2022: Hinter den Kulissen, Teil 2: Unsere Brauchwasserversorgung

Vor einigen Wochen haben wir für Sie, liebe Leser, bereits einen Blick in unseren Wasserturm geworfen. Dort haben Sie den großen Vorratsbehälter gesehen, in dem das Wasser für unsere Dampflokomotiven aufbewahrt wird.
Heute wollen wir Ihnen zeigen, woher dieses Wasser kommt. Dafür haben wir zwei "Quellen", die noch aus den Anfangszeiten des Bahnbetriebswerkes im späten 19. Jahrhundert stammen. Einerseits gibt es einen unterirdischen Zufluss von dem Flüsschen Stepenitz, das hinter den Bahngleisen auf der Berliner Seite verläuft. Ein unterirdischer Kanal führt von diesem Fluss bis auf das Lokschuppengelände. Er endet in der Nähe des Wasserturms in einem tiefen Schacht. Hier sind elektrische Pumpen angebracht, die das Wasser in den Turm fördern.
Auf dem folgenden Bild erkennen Sie den Verlauf des Kanals, angedeutet durch eine gestrichelte Linie (Bildquelle: Google Earth).

Leider muss der Tunnel im Rahmen des Bahnausbaus zu Beginn der 2000er Jahre beschädigt worden sein. Möglicherweise ist er teilweise eingestürzt, denn es läuft nur noch relativ wenig Wasser zu.
Daher bedienen wir uns meistens aus dem Brunnen auf dem Museumsgelände. Der entsprechende Brunnenschacht befindet sich unmittelbar neben dem Wasserturm. Dem Besucher fällt hier vielleicht der gemauerte Rand des Schachtes auf, der mit Bohlen abgedeckt ist. Inzwischen wurde auch ein kleiner Zaun um den Schacht herum erstellt.

Neben dem Brunnenschacht befindet sich der Pumpenschacht. Dieser Schacht war Ende der 1990er Jahre mit Schutt und Erde verfüllt worden, weil die Wasserversorgung über den Brunnen nicht mehr benötigt wurde. Wir haben ihn nach der Eröffnung des Museums wieder freigelegt und mit einer recht unscheinbaren Hütte überbaut.

Werfen wir doch einmal einen Blick hinein.

Wir erkennen einen rund vier Meter tiefen Schacht, der eine Grundfläche von vier mal vier Metern hat. Wir haben eine neue Treppe erstellt, die Saugleitung aus dem Brunnenschacht wiederhergestellt und eine elektrische Pumpe eingebaut.


Außerdem haben wir einen elektrischen Kettenzug eingebaut, der uns das Wechseln der Pumpe deutlich erleichtert.

So sind wir unabhängig von der öffentlichen Wasserversorgung. Für die Chemiker: Unser Wasser hat eine Härte (Kalkgehalt) von 14,6° dH.
Was geschah an diesem Wochenende sonst noch? Nach Abschluss der Saison müssen unsere betriebsfähigen Fahrzeuge in den Winterschlaf versetzt werden. Am Samstag wurde deshalb der Kessel der 50 3570 ausgewaschen. Das bedeutet, dass die Rückstände, die beim Verdampfen des Wassers im Kessel zurückgeblieben sind, mit einem scharfen Wasserstrahl herausgewaschen werden.
Bei den Ablagerungen handelt es sich hauptsächlich um Kalk, wie Sie sie im Kleinen von Ihrer Kaffeemaschine oder der Waschmaschine kennen. Damit sich der Kalk nicht fest auf den Oberflächen ablagert, benutzen Sie zuhause vielleicht Kalklösemittel in Form von Tabletten. Wir benutzen dafür Soda, das dem Wasser im Tender in Pulverform zugegeben wird und sich dort auflöst. Vor dort aus gelangt es beim Betrieb der Lok in den Kessel und bindet sich dort mit dem Kalk aus dem Wasser zu Schlamm, der sich am Kesselboden absetzt. Da Soda ziemlich schäumt und das beim Betrieb der Lok unerwünscht ist, wird dem Wasser außerdem noch eine sogenannte Schaumbremse zugesetzt. Wieviel Soda zugegeben muss, erkennen die Lokpersonale beim Blick auf die Wasserkräne. Dort sollte angeschrieben stehen, wie hart, also wie kalkhaltig das Wasser ist. Entsprechende Tabellen geben Auskunft darüber, wieviel Soda bei welcher Wasserhärte zugesetzt werden muss.

Auf den folgenden Bildern sieht man einige Aktive beim Auswaschen des Kessels der Dampflok 50 3570 und das schlammige Wasser, das aus dem Kessel herausläuft.


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